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DSC Arminia Bielefeld
Arminia Bielefeld
0 : 0
Hoffenheim
Sa, 15.05.2021 15:30

Über dem Strich!

In einem starken Heimspiel verpasst es der DSC, drei mögliche Punkte einzufahren, hat durch das 1:1 (1:1) gegen die TSG 1899 Hoffenheim einen Spieltag vor Schluss aber alles in der eigenen Hand. Schließlich steht die Kramer-Elf nun auf Platz 15.

Mit einem 1:1-Punktgewinn gegen die TSG 1899 Hoffenheim erspielt sich der DSC in der SchücoArena eine gute Ausgangslage für das anstehende Saisonfinale am kommenden Wochenende beim VfB Stuttgart (22. Mai, HALBVIER). In einer intensiven Partie geraten die Blauen in der Anfangsphase durch Andrej Kramaric (5.) zunächst in Rückstand, gleichen durch Andreas Voglsammer mit einem herrlichen Freistoß (23.) allerdings noch vor der Pause aus. Im zweiten Abschnitt erspielt sich der DSC zahlreiche gute Möglichkeiten, schafft es aber nicht, den erlösenden zweiten Treffer zu erzielen. Durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen klettern unsere Jungs durch das Unentschieden einen Spieltach vor Schluss über den Strich. Wer hätte das vor der Saison gedacht?

Auch ein heftiger Platzregen hielt vor dem Spiel viele DSC-Fans nicht davon ab, ihre Mannschaft vor den Toren der SchücoArena lautstark zu empfangen. Mit Sicherheitsabstand und ordentlich Furore gaben die Arminen alles, das Team bei ihrer Mission zu unterstützen. Auf dem Platz baute Trainer Frank Kramer auf die exakt selbe Aufstellung wie beim 0:0-Punktgewinn am vergangenen Sonntag gegen Hertha BSC.

Die Blauen zeigten sich in den ersten Minuten gleich präsent, machten die Räume eng und suchten den direkten Weg zum TSG-Tor – infolgedessen konnte sich der DSC zu Beginn gleich mehrere Ecken erspielen (am Ende waren es 10:4 für den DSC), aus einer dieser resultierte der frühe Rückstand.

Die Hoffenheimer schnappten sich den Ball nach einem Eckball und schalteten blitzschnell um – Sargis Adamyan und Andrej Kramaric nutzten per Doppelpass eine Überzahlsituation, so dass der kroatische Vize-Weltmeister und TSG-Kapitän aus elf Metern sein 19. Saisontor erzielte.

Die Kramer-Elf ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern und übte weiter Druck nach vorne aus und kam in der 16. Minute durch Arne Maier zu ihrer ersten guten Torchance. Maier verfehlte nach Zuspiel von Masaya Okugawa über die rechte Seite das gegnerische Tor nur um wenige Zentimeter.

Wenige Zeigerdrehungen später gelang der Arminia der hochverdiente Ausgleichstreffer. Andreas Voglsammer schoss einen Freistoß nach Foul am agilen Masaya Okugawa mit dem rechten Fuß unhaltbar an TSG-Schlussmann Philipp Pentke vorbei in die Maschen. Ein wunderschöner Treffer!!

Die DSC-Elf wollte mehr und machte das auf dem Platz mehr als deutlich. Die Mannschaft ackerte mit viel Einsatz, um noch vor der Halbzeit in Führung zu gehen. Nach 34 Minuten gelang Manuel Prietl beinahe das 2:1. Nach einer Flanke von Joakim Nilsson, kam das Mittelfeld-Ass per Kopf an den Ball – die Kugel rauschte einen Hauch am langen Pfosten vorbei.  Mit dem 1:1 ging es in die Halbzeitpause.

Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel hatte dann Voglsammer die ganz große Chance zum 2:1. Ein Klärungsversuch des Hoffenheimers Kevin Akpoguma misslang und landete bei Voglsammer, der plötzlich völlig frei vor dem Tor der Gäste stand. Seinen Abschluss konnte Pentke mit einem starken Reflex allerdings zur Ecke klären (48.). Unsere Jungs ließen nicht nach, blieben bissig und kamen nur kurze Zeit später durch Nilsson (52.) und Okugawa (54.) zu ihren nächsten guten Möglichkeiten.

Die Kramer-Elf drängte die Kraichgauer zunehmend in den eigenen Strafraum, wo das Team die Chancen-Schlagzahl weiter erhöhen konnte. In der 57. Minute steckte Okugawa den Ball geschickt durch zu Fabian Klos, der frei vor dem Gäste-Tor stand, den Führungstreffer aber knapp verfehlte – auch, weil Ryan Sessegnon unseren Kapitän mit einer starken Klärungsaktion gerade noch rechtzeitig unter Druck setzen konnte.

Der DSC war das spielbestimmende Team und gewann durch viel läuferisches Engagement – am Ende standen 119 abgespulte Kilometer zu Buche – immer wieder wichtige Zweikämpfe im Mittelfeld gegen die Hoffenheimer, die sich nur selten mit Kontern von der Arminia-Offensive befreien konnte.

Eine Viertelstunde vor Schluss kamen die Kraichgauer dann doch noch einmal gefährlich vor das Tor von Stefan Ortega Moreno. Eine Flanke von Pavel Kaderabek über die rechte Seite landete bei Kramaric, der aus wenigen Metern mit Wucht auf das Tor köpfte. Der DSC-Schlussmann reagierte allerdings überragend, lenkte den Ball mit einem schnellen Reflex über die Latte und hielt seine Mannschaft im Spiel – eine Parade der Kategorie "Weltklasse".

Unsere Jungs warfen in der gesamten Schlussphase alles nach vorne, ohne dabei defensiv den Kopf zu verlieren, konnten sich aber leider nicht mehr belohnen. Die letzte Aktion gehörte ebenfalls dem DSC: In der 91. Minute kam der eingewechselte Cebio Soukou noch einmal frei zum Abschluss, sein Schuss aus spitzem Winkel verfehlte das Tor und knallte wuchtig an die Außenbande. Kurz darauf pfiff Daniel Schlager eine hochintensive Partie ab.

Mit dem gewonnenen Punkt klettert Arminia vom Relegationsplatz auf den 15. Tabellenrang. Im kommenden Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart kann die Mannschaft sich dann mit einem Sieg aus eigener Kraft in der Bundesliga halten. Wer hätte das vor der Saison gedacht?

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Lucoqui - Prietl, Maier (89. Kunze) - Okugawa (79. Hartel), Voglsammer (79. Soukou), Doan (89. Schipplock) - Klos (C).

TSG 1899 Hoffenheim:
Pentke - Kaderabek, Posch, Akpoguma (66. Vogt), Sessegnon (62. John) - Samssekou, Grillitsch - Skov (62. Gacinovic), Kramaric (C), Adamyan (83. Rutter) - Bebou.

Tore:
0:1 (5.), Kramaric; 1:1 (23.), Voglsammer.

Gelbe Karten:
Lucoqui/Adamyan, Gacinovic

„Die Jungs haben alles investiert“

Wir haben die Stimmen nach dem Punktgewinn gegen die TSG 1899 Hoffenheim für euch.

Andreas Voglsammer:
"Das Spiel war okay, aber trotzdem müssen wir drei Punkte holen. Ich muss nach der Halbzeit ganz einfach das Tor machen. Ich wusste, dass ich hinter Kevin Akpoguma stand. Wenn sich der Torwart bei meinem Schuss nicht wegdrehen würde, wäre der Ball wahrscheinlich drin. Egal wie, der Ball muss rein, dann hätten wir 2:1 geführt, gute Chancen auf den Sieg gehabt und jetzt vielleicht zwei Punkte mehr auf dem Konto.

Wir sind trotz des Unentschiedens jetzt über dem Strich. Hätten wir das Spiel verloren, wäre es heute bitterer gewesen. Am Ende ärgere ich mich selber darüber, wahrscheinlich mehr als ich Kritik von außen bekomme. Im Training haben die Freistöße in dieser Woche nicht ganz so gut geklappt, dafür ist es natürlich umso besser, dass es heute im Spiel funktioniert hat. Das war wichtig!

Die Stuttgarter können nächste Woche auf jeden Fall mit hungrigen Bielefeldern rechnen, die gewinnen wollen. Bis dahin müssen wir uns den Mund abputzen, die Woche regenerieren und den Fokus auf das nächste Spiel legen.Das wir jetzt die Abstiegszone verlassen haben, das müssen wir mitnehmen, aber es stehen uns trotzdem nochmal 90 Minuten Kampf in Stuttgart bevor.

Im Prinzip haben wir wahrscheinlich die beste Ausgangslage von denen, die noch absteigen können. Wir müssen einfach nächste Woche alles raushauen und die drei Punkte holen. Wenn wir das machen, dann sind wir raus – alles andere zählt da nicht. Auf die anderen gucken, dass brauchen wir nicht. Wir müssen einfach in Stuttgart unsere Leistung abrufen und drei Punkte holen – um nichts anderes geht’s da."

Stefan Ortega Moreno:
"Ich bin etwas geknickt. Das müssen wir gewinnen. Chancen hatten wir genügend. Der frühe Rückstand war unglücklich nach unserer guten Startphase. Aber nach der Pause hatten wir so viele Chancen. Und das wiederholt sich ja. Da kann ich nicht immer nur nach vorn schauen, das wurmt schon. Aber dann müssen wir jetzt halt in Stuttgart gewinnen. Die Spiele mit viel Druck machen am meisten Spaß. Aber die Vorbereitung heute war für mich nix besonderes. Ich habe mich normal vorbereitet, wie man das als Torhüter so macht

Amos Pieper:
"Natürlich ist es nicht perfekt, weil wir gewinnen wollten - wie immer! Aber wenn wir in Stuttgart gewinnen, dann haben wir es geschafft und wenn wir da so auftreten, wie heute, dann schaffen wir das auch!"

Philipp Pentke (Torwart der TSG 1899 Hoffenheim):
"Wir wussten, was für eine Wucht auf uns zukommt. Ich habe hier schon einige Mal gespielt, da hat sich nichts verändert in den vergangenen Jahren. Für Bielefeld geht es um das Überleben in der Liga. Ich bin froh, dass ich einen Teil dazu beitragen konnte, dass wir einen Punkt hier holen konnten und ich die Wucht teilweise stoppen konnte. Vielleicht war aber auch mehr drin als nur ein Punkt."

Andrej Kramarić (Stürmer der TSG 1899 Hoffenheim):
"Es war ein schwieriges Spiel. Bielefeld hat alles gegeben und wollte unbedingt gewinnen. Am Ende ist das Unentschieden aber in Ordnung. Ich hatte eine große Chance zum 2:1, aber Stefan Ortega hat gut gehalten."

Frank Kramer (Cheftrainer, DSC):
"Wir haben es heute verpasst, das zweite Tor zu erzielen. Man hat es heute gesehen, dass die Jungs unglaublich engagiert sind. Sie haben alles investiert. Wir nehmen den Punkt mit, es ist ein Teilerfolg gegen eine spielerisch so starke Mannschaft. Wir sind aber voll im Rennen im Kampf um den Klassenerhalt."

Sebastian Hoeneß (Cheftrainer TSG 1899 Hoffenheim):
"Wir haben heute ein sehr intensives Spiel gesehen. Mit der Führung sind wir natürlich gut reingekommen, aber wir mussten danach eine Bielefelder Druckphase überstehen. Danach haben wir uns zu wenig Chancen gespielt. Nach dem 1:1 haben wir das Spiel bis zur Pause kontrolliert. Anschließend hatte Bielefeld erneut eine Druckphase, da waren wir nicht fokussiert genug und haben die falschen Entscheidungen getroffen. Wir haben gezeigt, dass wir nichts verschenken. Bielefeld hat es uns heute sehr schwer gemacht."

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Fotogalerie vom Spiel gegen Hoffenheim

Wir haben die besten Bilder aus der intensiven Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim in unserer Spieltachs-Bildergalerie für euch. (Fotos: Thomas F. Starke)

„Es wird niemand Probleme haben, aufzustehen!"

Am Samstag steht für uns das letzte Heimspiel dieser Bundesliga-Saison auf dem Programm. Aus dem Trainingslager in der Klosterpforte Marienfeld melden sich DSC-Cheftrainer Frank Kramer und Geschäftsführer Sport Samir Arabi bei den Medienvertretern, um mit ihnen auf der virtuellen PK u.a. über das anstehende Duell gegen die Hoffenheimer zu sprechen.

Frank Kramer über den kommenden Gegner:
"Wir müssen den Jungs vermitteln, dass wir keine Sekunde nachlassen dürfen. Wir sind in der Bundesliga. Wenn du dem Gegner auch nur ein bisschen die Tür aufmachst, dann geht so eine Mannschaft wie Hoffenheim da durch. Die TSG Hoffenheim hat eine richtig gute Mannschaft, die zu unterschätzen liegt uns sehr fern! Wir müssen Druck machen, die Zweikämpfe suchen, sie nerven und Stück für Stück das Tau wie beim Tauziehen auf unsere Seite ziehen."

...über den Tagesablauf im Quarantäne-Trainingslager:
"Morgens wird getestet, dann geht es zum Frühstück. Um 11 Uhr wird trainiert, dann das Training nachbereitet. Anschließend gibt es Mittagessen. Danach gibt es vielfältige Möglichkeiten gesellige Stunden miteinander zu verbringen. Das wird sehr gut angenommen, so können wir als Team wachsen. Auch die Analyse des Trainings und des Gegner bekommt jetzt noch mehr Zeit."

...über die Gemütslage vor dem vorletzten Spieltag:
"Wir sind in der finalen Phase der Saison: Man merkt die Anspannung, das Kribbeln. Ich glaube, morgen wird niemand Probleme haben, aus dem Bett zu kommen."

 

 

Kraichgauer Überflieger

Am kommenden Samstag (15.05., HALBVIER) empfängt der DSC die TSG 1899 Hoffenheim zum letzten Heimspiel der Saison. Die Kraichgauer stehen vor dem vorletzten Spieltag mit 39 Punkten auf dem elften Tabellenplatz, von dem sie ohne jegliche Sorgen auf den Kampf um den Klassenerhalt schauen können.

Große Augen werden die Bewohner der Stadt Sinsheim, zu der auch Hoffenheim gehört, auch im Juli 2003 gemacht haben, als sich an einem schönen Sommernachmittag ein 62 Meter langer Stahlkoloss die A6 in Richtung Osten entlangschob. Die Schaulustigen durften an jenem Tag die letzte Reise des schnellsten Passagierflugzeugs der Luftfahrtgeschichte bezeugen – der französischen Concorde, die im Sinsheimer Technikmuseum ihre letzte Ruhe finden sollte. Vor dem durch einen Absturz ausgelösten Ende des Modells vor 21 Jahren, flog die Air-France Maschine mit über 2.400 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeiten, die ihre Passagiere in nur 3,5 Stunden aus Paris nach New York bringen konnte. Heute steht der Jet nur einen Steinwurf von der Hoffenheimer PreZero Arena entfernt und kann von neugierigen Technik-Fans als Teil des Museums besucht werden.

Rekordgeschwindigkeiten sind im Kraichgau jedoch keine Seltenheit. Noch 1991 kämpfte der in Sinsheim spielende Dorfklub der TSG Hoffenheim in der Kreisliga A um den Aufstieg in die Bezirksliga. Durch den Einstieg des SAP-Milliardärs Dietmar Hopp ein Jahr zuvor brachte es der Verein in unglaublichen 17 Jahren vom Kreisliga-Klub zum Bundesliga-Herbstmeister im Jahr 2008 – ein Durchmarsch, der bis heute seines Gleichen sucht.

Auch wenn es damals mit der Meisterschaft nicht klappte, haben sich die Kraichgauer im deutschen Oberhaus seither einen Namen gemacht. In 13 Jahren qualifizierten sich die Blau-Weißen bereits vier Mal für die europäischen Wettbewerbe. Zuletzt in der vergangenen Saison, so dass es die TSG in der diesjährigen Europa-League Saison bis ins Sechzehntelfinale schaffte, wo die Mannschaft gegen den norwegischen Klub Molde FK ausschied.

Diese Saison wird für die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß zwar nicht in europäischen Gefilden enden, ein Auge auf den Abstieg müssen die Kraichgauer durch ihren Sieg (4:2) am vergangenen Samstag gegen Schalke 04 allerdings auch nicht mehr werfen. Lediglich das aktuelle Verletzungspech könnte Hoeneß die ein oder andere Sorge bereiten. Neben Stamm-Torhüter Oliver Baumann und Kapitän Benjamin Hübner muss der Hoffenheimer Übungsleiter am Samstag auf sechs Spieler verzichten.

Trotz der prekären Personalsituation wird der Höhenflug des Hoffenheimer Dorfklubs – anders als bei der Concorde – wohl nicht in einem Museum landen, sondern weiter andauern. 

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