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DSC Arminia Bielefeld
Bayer 04
1 : 2
Arminia Bielefeld
So, 14.03.2021 13:30

JAAAAAAA-panischer Doppelpack!

I tenkidesu ne – was für ein schöner Tag! Ein Doppelpack der beiden Japaner Ritsu Doan (17.) und Masaya Okugawa (57.) bescherte dem DSC Arminia Bielefeld mit dem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg beim Champions League-Aspiranten Bayer 04 Leverkusen drei wichtige Punkte im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt. Im dritten Spiel unter der Regie des neuen DSC-Cheftrainers Frank Kramer innerhalb von einer Woche bestätigte sich die neue defensive Stabilität und die verbesserte Offensive durch den ersten Rückrundensieg.

Frank Kramer hatte seine Startformation auf vier Positionen verändert. Als Linksverteidiger startete Anderson Lucoqui (für den verletzten Jacob Laursen) in seiner Heimatstadt, im Mittelfeld übernahmen Masaya Okugawa (für Marcel Hartel) und Christian Gebauer (für Fabian Kunze) und im Sturm begann Fabian Klos (für Andreas Voglsammer).

Von Beginn an ergab sich ein klares und wenig überraschendes Bild: Bayer 04, ausgeschieden im Sechzehntelfinale der Europa League und noch mit großen Hoffnungen auf die Qualifikation zur Champions League, setzte die ersten Akzente und hatte durch Nadiem Amiri (7.) eine gute Gelegenheit zur Führung. Stark in Szene gesetzt von Moussa Diaby verzog der Leverkusener aus elf Metern knapp.

Unsere Mannschaft stand kompakt, verteidigte mit Laufbereitschaft und Leidenschaft und setzte nach Ballgewinnen auf schnelles Kontern. Das zahlte sich nach etwas mehr als einer Viertelstunde aus: Manuel Prietl erkämpfte die Kugel, passte stark auf Rechtsaußen Christian Gebauer, dessen perfekte Hereingabe Ritsu Doan unter die Latte setzte – 1:0 für Arminia (17.)!

Leverkusen blieb mit viel Ballbesitz die optisch dominierende Elf, doch der DSC besaß die Chance zu erhöhen: nach einem Rückpass auf Torwart Lennart Grill gab es Freistoß an der Bayer-Strafraumkante. Doans Schuss wurde abgefälscht und rollte knapp am Kasten vorbei (23.). Kurz danach fehlte auch bei Gebauers abgefälschtem Versuch nach Doan-Doppelpass nicht viel (24.).

Keine Frage, Bayers Kombinationsspiel war weiter schön anzusehen. Allerdings bissen sich die Hausherren die Zähne aus an der konzentrierten und kompakten Abwehrarbeit der Kramer-Elf. Beste Chance auf den Ausgleich hatte nach 34 Minuten Patrik Schick nach Moussa-Flanke, doch der Kopfball des Tschechen aus sieben Metern ging deutlich daneben.

Wesentlich gefährlicher wurde es kurz danach, als Demarai Gray nach einer Bayer-Stafette aus wenigen Metern frei zum Schuss kam – doch Stefan Ortega Moreno bugsierte den Ball reaktionsschnell und spektakulär per Faust über die Latte (37.)! Eine Riesentat!

Unsere Mannschaft verteidigte mit viel Herz, wie symbolisch eine Szene von Amos Pieper war. Der Innenverteidiger, früh mit Gelb wegen absichtlichen Handspiels vorbelastet, warf sich mit großem Einsatz in einen Distanzschuss von Amiri und blockte so den Ball. Immer wieder gab es solche Situationen, in denen unsere Spieler ein Bein, den Fuß oder den Kopf im entscheidenden Moment noch dazwischen brachten. So ging es mit der 1:0-Führung in die Pause.

Nach dem Seitentausch setzte Leverkusen auf noch mehr Offensivkraft. Leon Bailey kam für Gray, und mit Lucas Alario (für Mittelfeldspieler Kerem Demirbay) wurde neben Schick ein zweiter zentraler Stürmer aufgeboten. Das sorgte sofort für viel Arbeit im Arminia-Strafraum.

Doch die erste Chance auf ein Tor hatte unsere Mannschaft. Einen Freistoß aus knapp 17 Metern schoss Arne Maier in die Mauer, den Abpraller brachte Doan gefährlich aufs Tor – doch U21-Nationaltorhüter Grill entschärfte und boxte die Kugel aus dem bedrohten Eck (50.).

So ergab sich schnell das Bild aus Hälfte eins. Bayer mit viel Ballbesitz, der DSC mit einer kompakten und konzentrierten Defensivleistung und immer wieder Nadelstichen.

Und ein solcher schmerzte Bayer zum zweiten Mal! Nach einer Ecke leitete ein Traumpass von Arne Maier auf Anderson Lucoqui einen exzellenten DSC-Konter ein. „Luco“, dessen Eltern nur wenige Minuten vom Leverkusener Stadion entfernt wohnen und der früher Balljunge in der BayArena war,  behauptete sich gleich gegen zwei Gegenspieler und brachte den Ball quer rüber auf Okugawa, der freistehend vor Grill die Nerven behielt und zum 2:0 (57.) versenkte!

Die Hausherren rannten weiter an und drängten auf den Anschlusstreffer. Das gab Raum für weitere DSC-Konter. Einer hätte schon eine Art Vorentscheidung bringen können. Doch nach Vorarbeit von Doan und Manuel Prietl verfehlte der Hackenversuch von Okugawa aus zehn Metern das Bayer-Tor klar (64.).

Es war der Auftakt für eine spannende Schlusshalbestunde mit zusätzlich sechs Minuten Nachspielzeit. Leverkusen drängte und probierte. Doch entweder wurde aus aussichtsreicher Situation vergeben (Alario/68.) oder ein Arminie hatte ein Körperteil dazwischen (Alario/72. und Wirtz/79.) – klare Chancen erspielte sich der Champions League-Aspirant nicht.

Trotdem kamen die Platzherren zum 1:2-Anschlusstreffer durch Schick, der aus dem Gewühl heraus verkürzte (85.). Was für ein Nervenspiel entwickelte sich danach!

Leverkusen warf alles nach vorne, unsere Mannschaft hielt leidenschaftlich dagegen. Nachdem Sven Schipplock auf Vorlage von Andreas Voglsammer das vorentscheidende 3:1 vergeben hatte (90.+2), lenkte Ortega Moreno im Gegenzug einen Distanzschuss von Florian Wirtz (90.+2) über die Latte.

Etwas mehr als weitere vier Minuten hielt der DSC dann Bayer mit Geschick und Einsatz vom eigenen Gehäuse entfernt. Dann kam der erlösende Abpfiff! Auswärtssieg!

Bayer 04 Leverkusen:
Grill - Frimpong, Tah, Tapsoba, Wendell - Amiri, Aranguiz (C), Demirbay (46 Alario) - Diaby (65. Wirtz), Schick, Gray (46. Bailey).

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Lucoqui (75. Voglsammer) - Prietl - Maier, Doan (88. Córdova), Okugawa (81. Kunze), Gebauer (88. van der Hoorn) - Klos (C) (81. Schipplock).

Tore:
0:1 (17.) Doan, 0:2 (57.) Okugawa, 1:2 (86.) Schick.

Gelbe Karten:
Frimpong, Wendell/Pieper

 

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Fotogalerie zum Sieg in Leverkusen

Drei ganz wichtige Punkte konnten wir durch den 2:1-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen einheimsen. Hier haben wir die besten Bilder für euch! (Fotos: Thomas F. Starke)

"Wir müssen Nehmerqualität beweisen"

Eine unglückliche Niederlage gegen Bremen, Diskussionen um den VAR, die anstehende Länderspielpause und natürlich Bayer Leverkusen: Auf der heutigen Pressekonferenz mit Frank Kramer und Samir Arabi gab es viel zu besprechen!

"Wir müssen Nehmerqualitäten beweisen"

Zum Abschluss der englischen Woche sind wir bei Bayer Leverkusen zu Gast. Frank Kramer ordnet auf der Pressekonferenz das aktuelle Geschehen ein.

Cheftrainer Frank Kramer zu...

...der Niederlage am Mittwoch gegen Werder Bremen: "Natürlich waren wir alle enttäuscht, dass wir für unsere gute Leistung gegen Werder nicht mit Punkten belohnt wurden. Aber wir wollen auf das Positive blicken und das ist gar nicht so schwer zu finden. Im Abstiegskampf musst du Nehmerqualitäten beweisen und dich immer wieder auf die kommende Aufgabe fokussieren - Zurückblicken wird dir keine Punkte wiederholen."

...unserem kommenden Gegner Bayer Leverkusen: "Leverkusen ist eine starke Mannschaft mit viel Tempo, die immer in der Lage ist, technisch und spielerisch Situationen zu lösen. Die gehören zurecht zu den Anwärtern um die Champions League Plätze. Wir werden wenige Möglichkeiten bekommen, die müssen wir dann konsequent, mit viel Tempo nach vorne und mit viel Überzeugung nutzen.“

...Fabian Klos: "Ich habe das mit ihm im Vorfeld lange besprochen, wir brauchen ihn in dieser englischen Woche mit aller Frische auf dem Platz. Er hat die letzten 20 Minuten nochmal richtig Wucht reingebracht; schade, dass auch er sich nicht belohnen konnte. Er ist ein Spielentscheider, der manchmal nur eine Szene braucht, und dafür braucht er volle Frische. Eigentlich ist der Plan voll aufgegangen, wenn er die beiden Chancen nutzt. Und dann wäre ich auch der Erste gewesen, der über den Platz läuft und Fabi Huckepack trägt. Aber das kann er am Sonntag ja nachholen.“

Geschäftsführer Sport Samir Arabi über...

...die ersten beiden Spielen unter der Leitung von Frank Kramer: "Wir haben in den beiden Spielen eine ordentliche Leistung abgerufen und wurden nicht mit den Punkten belohnt, die wir uns verdient hatten. Wir haben uns außerdem bei den Standards angenähert und konnten dadurch zusätzliche Torabschlüsse generieren - das war auch gut!"

...die Rote Karte für Nathan de Medina: "Wir haben gestern ein Urteil bekommen, es handelt sich um eine Sperre von drei Spielen für Nathan. Das haben wir aber nicht akzeptiert. Auf dem Platz haben der Schiedsrichter und der vierte Offizielle freie Sicht, auch von Außen hat sich niemand über die gelbe Karte beschwert. Dass sich dann jemand aus dem Kölner Keller meldet, ist für uns unverständlich. Unter diesen Bedingungen bringt uns der Einsatz des VAR nicht weiter. Da fehlt mir auch vollkommen die Verhältnismäßigkeit zu anderen Entscheidungen der laufenden Saison. Deshalb haben wir Einspruch eingelegt. Eine Antwort des DFB steht noch aus."

...die anstehende Länderspielpause: "Noch sind nicht alle Nominierungen da, wir wollen da auch keinen offiziellen Vermeldung vorweggreifen. Es gibt aber auch jemanden, der das erste Mal mit seinem Land reisen wird. So wie es aussieht werden alle Spieler in Nicht-Hochrisiko-Gebiete reisen und die werden dann auch spielen. Sollten Spieler in Hochrisiko-Gebiete reisen müssen für die Länderspiele und anschließend per Verordnung in Bielefeld in Quarantäne geschickt, werden sie nicht reisen, da sie dann Bundesligaspiele verpassen würden. Danach sieht es aktuell aber nicht aus."

Die ganze Pressekonferenz könnt ihr euch hier ansehen:

Die Geschichte des Leverkusener Elefanten

In der laufenden Saison hat Bayer Leverkusen schon so einiges erlebt. Eine ähnlich erlebnisreiche Zeit hat eine kleine Elefantenstatue im Herzen Leverkusens hinter sich.

In der Havensteinstraße steht er: Der Elefantenbrunnen von Leverkusen. Auf einer Säule aus Sandstein thront die bronzene Statue – zwischen der Kolonie III und der Doktorsburg. Schon im Jahr 1916 wurde der Berliner Künstler August Gaul mit der Anfertigung beauftragt, aufgrund der Materialienknappheit im ersten Weltkrieg sollte es allerdings noch fünf weitere Jahre dauern, bis der besondere Brunnen eingeweiht werden konnte. Der Kopf des Elefanten war dabei zur Kolonie III gerichtet, sein Hinterteil zeigte zur gegenüberliegenden Straßenseite, wo sich die Doktorsburg befand. In eben jene zogen im Jahr 1935 Nationalsozialisten ein, die sich vom Anblick des Allerwertesten des Elefanten angegriffen und gestört fühlten. Folglich wurde die Statue um 180 Grad gedreht.

Apropos 180 Grad. Die „Werkself“ startete richtig gut in die Saison und stand nach dem elften und zwölften Spieltag dieser Spielzeit an der Tabellenspitze. Dann kam der Motor der Leverkusener allerdings ein wenig ins Stottern und man rutschte etwas ab. Mittlerweile steht die vom Niederländer Peter Bosz trainierte Elf auf Platz fünf und würde sich damit für die Europa-League qualifizieren. Aus eben jenem Wettbewerb schieden die Leverkusener zuletzt gegen Young Boys Bern aus. Einer spektakulären 3:4-Niederlage bei den Schweizern, folgte eine bittere und unerwartete 0:2-Heimniederlage, was den K.O. nach sich zog.

Die Leverkusener werden zudem momentan von Verletzungssorgen geplagt: Ganze acht Spieler der „Werkself“ sind derzeit verletzt oder erkrankt, das Trainerteam um Bosz muss im Moment also viel basteln, schrauben und umstellen.

Letzteres wurde in Leverkusen auch bezüglich des Elefantenbrunnens getan. Im Jahr 2006 beschloss der Vorstand der Kolonie II. und III., die Statue wieder zurückzudrehen und sie so zu hinzustellen, wie sie einst in Auftrag gegeben wurde. Ein Jahr später war es dann so weit: Im Beisein vieler Leverkusener Einwohner wurde der bronzene Elefant feierlich in seiner ursprünglichen Position zum erneuten Mal eingeweiht. Noch heute erinnert eine Tafel vor dem Brunnen an seine bewegte Geschichte.

Eine solche kann der DSC auch am kommenden Sonntag (14.03., 13:30 Uhr) in Leverkusen schreiben. Es ist das erste Mal seit knapp zwölf Jahren, dass Arminia wieder bei Bayer gastiert. Immerhin konnte der Sportclub der Ostwestfalen fünf Punkte aus den vergangenen vier Bundesliga-Gastspielen bei Bayer holen (ein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage). Eine Statistik, die Mut macht.

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