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Schüco
DSC Arminia Bielefeld
Union Berlin
5 : 0
Arminia Bielefeld
Sa, 07.11.2020 15:30

Ein Tag zum Vergessen

Der DSC Arminia Bielefeld verliert sein Gastspiel beim 1. FC Union Berlin an der Alten Försterei mit 5:0 (3:0). Die Neuhaus-Elf gerät früh in Rückstand und anschließend zu keinem Zeitpunkt des Spiels für ein Punktgewinn in Frage.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Unions Keita Endo konnte nach einem einfachen Querpass in den Sechzehnmeterraum den Ball in der zweiten Spielminute ganz bequem einschieben, nachdem die Bielefelder Abwehr mit einer Aktion auf der rechten Berliner Seite ausgehebelt worden war. Zunächst wurde der Treffer aufgrund einer Abseitsposition aberkannt, doch nach zweiminütiger Überprüfung stand fest: das Tor zählt.

Die “Eisernen” ließen nicht locker und legten nur zehn Minuten später nach: Ein feiner Pass von Max Kruse erreichte kurz vor dem “Sechzehner” Berlins Robert Andrich, der sofort abzog und die Kugel in der 12. Spielminute im Bielefelder Tor unterbrachte, 2:0. In dieser Aktion sah man die Spielfreude der Unioner, die dem Spiel von Anfang an den Stempel aufdrückten.

Anschließend kam der DSC etwas besser ins Spiel, konnte sich dabei jedoch nicht gefährlich vor das Unioner Tor kombinieren. Kurz vor dem Halbzeitpfiff folgte dann der nächste Dämpfer – Kruse lieferte seine zweite Vorlage des Tages ab. Vor dem Strafraum legte der ehemalige Nationalspieler aus halbrechter Position raus auf Sheraldo Becker, der in den Strafraum zog und mit seinem Flachschuss das 3:0 besorgte (45.+2).

In der Halbzeit  wechselte Cheftrainer Uwe Neuhaus gleich dreimal: Fabian Kunze, Nils Seufert und Reinhold Yabo ersetzten Arne Maier, Marcel Hartel und Cebio Soukou. Am Spielgeschehen änderte sich leider nicht viel. In der 51. Spielminute schlug es erneut im Tor des DSC ein:  Amos Pieper brachte den Berliner Akaki Gogia im Strafraum zu Fall, woraufhin sich Kruse die Kugel schnappte und seinen 16. Elfmeter in Folge in der linken unteren Ecke versenkte – Bundesligarekord und das 4:0 für seine Berliner.

Die Hausherren ließen es nun etwas lockerer angehen, trafen aber noch ein letztes Mal. Der eingewechselte Cedric Teuchert wurde von Gogia freigespielt und konnte frei vor Ortega Moreno den 5:0-Endstand markieren (89.).

Ein Abend zum Vergessen für den DSC. Weiter geht’s am 21.11 um HALBVIER, wenn die Leverkusener Auswahl in die SchücoArena kommt.

1. FC Union Berlin:
Luthe – Trimmel (C), Friedrich, Knoche, Lenz – Andrich, Gentner (73. Griesbeck) – Becker (82. Maciejewski), Kruse (82. Teuchert), Endo – Pohjanpalo (73. Awoniyi).

DSC Arminia Bielefeld
Ortega Moreno – Brunner, Pieper, van der Hoorn, Laursen – Prietl, Hartel (46. Seufert), Maier (46. Seufert) – Doan (82. Córdova), Klos (C) (88. Schipplock), Soukou (46. Yabo).

Tore:
1:0 (3.) Becker, 2:0 (13.) Andrich, 3:0 (43) Becker, 4:0 (52. Foulelfmeter) Kruse, 5:0 (89.) Teuchert.

Gelbe Karten:
-/van der Hoorn

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Foto-Galerie zum Spiel bei Union Berlin

Alter Gegner, neue Liga: Nach etlichen Zweitliga-Begegnungen wird es nun höchste Zeit für das erste Duell im deutschen Fußball-Oberhaus mit Union Berlin. Leider müssen wir uns den Berliner mit 5:0 geschlagen geben. (Fotos: Thomas F. Starke)

„Nicht zu lange wütend sein“

Am Samstag (7.11, HALBVIER) ist der DSC Arminia Bielefeld beim 1. FC Union Berlin zu Gast. Trainer Uwe Neuhaus hat eine ungefähre Ahnung, was seine Mannschaft gegen die Köpenicker erwartet und geht von einem “schweren Spiel” aus. Dies teilte er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel an alter Wirkungsstätte mit. Wir haben die wichtigsten Aussagen der Spieltags-PK zusammengefasst.

Uwe Neuhaus über…

…die aktuelle Verfassung von Union Berlin:
“Seit Urs Fischer als Trainer aktiv ist, hat sich das Spiel von Union Berlin stabilisiert. Wir treffen auf eine Mannschaft, die nicht nur arbeitet, sondern vor allem viel Fußball spielt. Es wird ein schweres Spiel.”

…die mögliche Aufstellung:
“Es herrscht ein großer Konkurrenzkampf auf nahezu allen Positionen. Die Mannschaft habe ich schon grob im Kopf, aber dem Gegner jetzt schon alle Infos zu geben, ergibt keinen Sinn.”

…die Stimmung innerhalb der Bielefelder Mannschaft:
“Wir waren natürlich bedröppelt nach der vierten Niederlage in Folge. Die Trainingswoche haben wir gut genutzt, um uns bestmöglich vorzubereiten. Die Stimmung ist weiterhin gut.”

Samir Arabi über…

…die kommende Länderspielpause:
“Die FIFA-Regularien wurden geändert. Es besteht keine Abstellpflicht für Reisen in Risikogebiete. Bis auf die Spieler der deutschen U21 (Amos Pieper & Arne Maier), würden alle nominierten Spieler in Risikogebiete reisen.Wir werden unsere internationalen Spieler nicht abstellen, da dies eine fünftägige Quarantäne in Bielefeld zur Folge hätte. Sie würden somit für unser Heimspiel gegen Leverkusen nicht zur Verfügung stehen. Wir haben eine Verantwortung für Arminia Bielefeld. Die Jungs verstehen das.”

Im zweiten Teil der Pressekonferenz war Innenverteidiger Mike van der Hoorn zu Gast. Was der Niederländer von seinem Abwehr-Kollegen Amos Pieper hält, warum die Mannschaft trotz der kleinen Niederlagen-Serie nicht zu lange wütend sein dürfe und welche Tipps er an die jüngeren Spieler hat – das u.v.m. erfahrt ihr im Video auf #ArminiaClubTV:

Per Faxgerät zum Schlachtruf

Von der doch sehr speziellen Stimmung an der altehrwürdigen Alten Försterei wird der DSC Arminia Bielefeld am kommenden Samstag (15:30) beim Gastspiel gegen den 1. FC Union Berlin nicht viel mitbekommen – das Spiel im Berliner Stadtteil Köpenick findet coronabedingt ohne Zuschauer statt. Dass die Anhänger der Unioner besonders leidenschaftlich sind, ließe sich mithilfe mehrerer Anekdoten erklären (drei Stehplatztribünen, Weihnachtssingen, Bluten für Union, u.v.m.). Auch ihr Schlachtruf “Und niemals vergessen: Eisern Union” ist über die Grenzen Berlins bekannt – weniger jedoch, woher dieser eigentlich stammt. Und was ein Faxgerät auf Malta mit dem Kultspruch zu tun hat.

“U.N.V.E.U” – die Abkürzung steht für den legendären Spruch “Und niemals vergessen: Eisern Union”, der bei Spielen der “Eisernen” in der Alten Försterei immer wieder durch das Rund hallt. Der Ursprung dieses kultigen Spruches ist auf Malta zu finden. Dort machte ein Union-Fan Anfang der 1990er-Jahre seinen Urlaub, wollte in dieser Zeit aber partout nicht auf Nachrichten seines Lieblingsvereins verzichten. Also beauftragte er einen Freund, der genau wie er einst Tastfunker war, ihn per Fax über alle Neuigkeiten rund um Union zu informieren. Am Ende des ersten Faxes, das eines Morgens im Faxgerät des Hotels eintrudelte, standen die fünf oben genannten Buchstaben – gefolgt von einem Pressespiegel mit allen wichtigen Infos, die den Hauptstadtklub betrafen. Der Aufruf “U.N.V.E.U” verbreitete sich zunächst im kleineren Kreise, schwappte irgendwann ins Stadion und landete schlussendlich im Internet, wo er sich etablierte.

Etablieren möchte sich der 1. FC Union Berlin auch, und zwar unter den besten 15 Klubs in Deutschland. Dies hätte zur Folge, dass man dauerhaft in der Bundesliga spielen würde. Nachdem Union im Sommer 2019 als 56. Verein erstmals in die höchste deutsche Spielklasse aufstieg und im vergangenen Sommer souverän die Klasse hielt, läuft es auch dieses Jahr mehr als passabel für die Elf von Cheftrainer Urs Fischer. Mit neun Punkten aus den ersten sechs Spielen bei lediglich einer Niederlage rangiert Union derzeit auf Platz acht der Tabelle.

Gerade am vergangenen Montag zeigten die Unioner beim Gastspiel in Sinsheim eine reife Leistung und besiegten die TSG Hoffenheim mit 3:1 – Sommer-Neuzugang Max Kruse führte sein Team mit einem Tor sowie zwei Vorlagen zu den drei Punkten und ist ganz nebenbei auf der Jagd nach einem Rekord. Kruse verwandelte beim Auswärtssieg den 15. Bundesliga-Elfmeter seiner Karriere – bei 15 Versuchen. Verwandelt er auch den nächsten Strafstoß, zöge Kruse mit Hans-Joachim Abel (ehemals VfL Bochum) gleich, der sich in den 80ern vom Punkt ebenfalls äußerst sicher zeigte.

Damit darf Max Kruse aus Arminia-Sicht aber natürlich gerne noch etwas warten. Schließlich ist der DSC bemüht, nach vier punktlosen Spielen in Folge wieder Zählbares einzufahren. Von Niederlagen hat man ja bekanntlich irgendwann die Faxen dicke.

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